SMG aktuell

Holocaustgedenktag am SMG

Der 27. Januar ist seit 1996 in Deutschland gesetzlich verankerter Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. In diesem Jahr hat sich das SMG wieder gemeinschaftlich an diesem Gedenken beteiligt. Hierfür organisierten die Schülerinnen und Schüler zweier Geschichtskurse des Jahrgangs 12 sowohl eine Gedenkminute als auch eine kleine Ausstellung.

Zur Gedenkminute trafen sich die Schüler- und Lehrerschaft zu Beginn der ersten großen Pause auf dem Schulhof, wo eine Schülerin in einer kurzen Ansprache an die Ermordeten erinnerte und die Anwesenden zur Wachsamkeit gegenüber neuen Ungerechtigkeiten aufrief. Unterstützt wurde die Ansprache durch das Hinzukommen von vier Dutzend Schülerinnen und Schülern, welche im Vorfeld paarweise aus den Klassen geholt worden waren und so den Zuhörern verdeutlichte, welches Ausmaß das Verschwinden einzelner aus einer Gruppe annehmen kann. (Den Wortlaut der Ansprache finden Sie am Ende dieses Beitrags.)

Zusätzlich hatten die Schülerinnen und Schüler mit viel Einsatz und Kreativität Ausstellungsstücke, Videos und Präsentationen vorbereitet, welche den Vormittag über im Forum präsentiert wurden und die Interessierten weiter zu den Themen Holocaust und Verfolgung im „Dritten Reich“ informierten. Dies beinhaltete neben eindringlichen Zitaten von Überlebenden und Politikern eine Vorstellung der Seite „Faces of Auschwitz“, ein Projekt, welches versucht, die Opfer der Judenvernichtung in Auschwitz zu identifizieren und den Opfern so ihre Identität zurückzugeben. Zusätzlich wurden die Lebensgeschichten zweier Holocaustüberlebenden als „Draw my life“ Film und „Pop up“ Buch verarbeitet. Auch die Ergebnisse einer Umfrage zum Thema Bedeutung und Wahrnehmung des Holocausts wurden präsentiert, wie auch filmisch die Entwicklung des Umgangs mit dem Holocaust in der deutschen Gesellschaft. Um den jüngeren Schülerinnen und Schülern eine Verortung der Ereignisse zu ermöglichen, wurde ebenfalls ein Poster mit den relevanten Daten zum Holocaust und einem Verweis auf Gedenkstätten in der Nähe erarbeitet.


Ansprache des Jahrgangs 12:

Gestern vor 74 Jahren wurden allein in dem Konzentrationslager Ausschwitz tausende Menschen von den Alliierten befreit.
Diese Menschen hatten das Glück zu überleben.
Von 1941 bis 1945 wurden zahlreiche Juden und Gegner des Regimes in Konzentrations- und Arbeitslagern gefoltert, ermordet und unter menschenunwürdigen Bedingungen gefangen gehalten.
Die Nationalsozialisten ermordeten in dieser Zeit mehr als 6 Millionen Menschen, darunter Männer und Frauen, sowie Kinder und Jugendliche. Die meisten von ihnen jüdischer Abstammung.
Anlässlich des gestrigen Gedenktages wollen wir heute noch einmal zusammen der Opfer gedenken.
Was heißt gedenken?
Gedenken bedeutet, jemanden oder etwas zu ehren und sich an dessen Existenz zu erinnern.
Und genau dies wollen wir heute gemeinsam tun. Wir wollen der Opfer eines Prozesses gedenken, welcher damit begann, dass Menschen nach und nach aus unserer Mitte verschwanden. Sie wurden ihrer Identität beraubt, mit Nummern versehen und schließlich nahm man ihnen ihr Leben.
Allmählich verschwanden Arbeitskollegen, Nachbarn, Bekannte, Freunde und viele, deren Verschwinden vorerst nicht auffiel.

[Auftritt der Schülerinnen und Schüler]

Dies hinterließ eine große Lücke in der Gesellschaft. Das Schicksal des Einzelnen wurde zum Schicksal einer ganzen Bevölkerungsgruppe und mündete im Völkermord an den Juden.
In würdevoller Erinnerung wollen wir nun eine Minute innehalten und der Opfer gedenken.

[Schweigeminute]

Wir haben geschwiegen in Gedenken an die Opfer, doch wir sollten uns nicht nur auf die Vergangenheit konzentrieren, sondern auch auf die Gegenwart und mit Blick auf das Vergangene mit offenen Augen durch das Leben gehen, um die Fehler der Geschichte nicht zu wiederholen. Lasst uns nicht wegsehen und schweigen, wenn wir in unserem Alltag Ungerechtigkeiten sehen und erfahren.


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