Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Was bedeutet Nachhaltigkeit? Von einem Prinzip der Forstwirtschaft hat sich Nachhaltigkeit zu einem Leitbild für das 21. Jahrhundert entwickelt. Der Kerngedanke: Auf lange Sicht dürfen wir nicht auf Kosten der Menschen in anderen Regionen der Erde oder zukünftiger Generationen leben. "Schlage nur so viel Holz, wie der Wald verkraften kann! So viel Holz, wie nachwachsen kann!" So formulierte Hans-Karl von Carlowitz 1713 als erster das Prinzip der Nachhaltigkeit in seinem Buch über die Ökonomie der Waldkultur "Silvicultura oeconomica". Seit dieser ersten Definition hat sich der Begriff der Nachhaltigkeit weiter entwickelt und geht über einen reinen Umweltbegriff längst hinaus. Er basiert auf der Erkenntnis, dass Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft sich gegenseitig beeinflussen: Es wird langfristig keinen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt ohne intakte Umwelt geben. Ebenso wenig wird es gelingen, die Umwelt effektiv zu schützen, wenn Menschen um ihre wirtschaftliche Existenz kämpfen müssen.

Was bedeutet Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) eigentlich? Gemeint ist eine Bildung, die Kinder zu zukunftsfähigem Denken und Handeln befähigt: Wie beeinflussen meine Entscheidungen Menschen nachfolgender Generationen oder in anderen Erdteilen? Welche Auswirkungen hat es beispielsweise, wie ich konsumiere, welche Fortbewegungsmittel ich nutze oder welche und wie viel Energie ich verbrauche? Welche globalen Mechanismen führen zu Konflikten, Terror und Flucht? Bildung für nachhaltige Entwicklung ermöglicht es jedem Einzelnen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.

Quelle: Deutsche UNESCO-Kommission e.V.

Wie wollen wir Bildung für nachhaltige Entwicklung an unserer Schule umsetzen? Im Jahr 2015 wurde BNE als Ziel für die weitere Schulentwicklung im Schulprogramm des Sibylla-Merian Gymnasium verankert. Dabei wurden zwei Ziele zur Verankerung von BNE in den kommenden 5 Jahren (bis 2020) festgelegt. Zum einen werden wir daran arbeiten das Zertifikat „Umweltschule in Europa“ zu erhalten. Dafür müssen im Zeitraum von 2016-2019 zwei Projekte im Bereich BNE umgesetzt werden. Konkret werden wir den Schulgarten in Leiferde um ein Biotop für Zauneidechsen erweitern. Weiterhin wollen wir uns mit Aspekten des Klimawandels und der Ressourcennutzung beschäftigen. Dies erfolgt im Rahmen von ERASMUS + in Kooperation mit Partnerschulen aus dem europäischen Ausland. Den zweiten Baustein zur Verankerung von BNE stellt die Erstellung eines fächerübergreifenden Curriculums BNE dar.