Die Hornissen-Experten Preusse (m.) und Wilke (l.) präsentieren unter den Augen der Schulleiterin K. Kroczek ihre Beute
„Freiflug für Hornissen“ hieß es den Sommer über auf dem Schulhof des Sibylla-Merian-Gymnasiums.
Denn obwohl die streng geschützten Hornissen ihr Nest in unmittelbarer Umgebung des Schulhofes bauten, bedeutete dies nicht ihr Ende. Durch das hervorragende Verhalten der Schüler, welche die vorgenommenen Absperrmaßnahmen einhielten und nicht zuletzt durch die Umsichtigkeit der Schulleitung gelang es den Tieren ihren natürlichen Lebenszyklus abzuschließen.
Dieser beginnt im Frühjahr mit der Nestgründung einer Königin, die die ersten Stücke des Nestes baut und schließlich ihre Eier hineinlegt. Aus diesen schlüpfen die Arbeiterinnen, welche für den weiteren Nestbau zuständig sind. Neben der Vermehrung des Arbeitervolkes geht es letztendlich darum, im Herbst zum Höhepunkt der Volksentwicklung, neue Königinnen hervorzubringen, die sich den Winter über im Boden verkriechen, um im nächsten Frühjahr selbst Herrin eines eigenen Volkes zu werden. Die Arbeiterinnen, sterben im Herbst spätestens mit einsetzen des ersten Frostes.
Dies war bereits vor den Herbstferien der Fall, sodass sich Florian Preusse, Lehrer und ehrenamtlicher Wespen-und Hornissenberater des NABUs, am letzten Schultag vor den Ferien daran machte, das nun leer stehende Nest zu untersuchen. Zusammen mit dem Hausmeister Herrn Wilke entfernte er das Nest und freute sich darüber, dass das Zusammenleben von Schülern und Hornissen, die entgegen häufiger Behauptungen sehr ruhige und für den Menschen ungefährliche Tiere sind, so gut funktioniert hat. Schulleiterin Katrin Kroczek zeigte sich überwältigt von der Größe des ca. 30*60*25cm Nestes, bestehend aus 11 Wabenetagen, und freute sich, dass das Gymnasium so seinen Beitrag zum Naturschutz leisten konnte.
[©Bericht von Timo Herrmann, Schüler des 10. Jahrgangs des Sibylla-Merian Gymnasium Meinersen]